Die Bewohner



In dem Teil der Welt, in dem die Geralt-Saga spielt, sind die Menschen erst vor fünfhundert Jahren angekommen – als Flüchtlinge in vier Schiffen aus einer ganz anderen Weltgegend. Seither haben sie sich stark vermehrt und alle anderen Bewohner, die vor ihnen da waren, ins Gebirge oder in andere Rückzugsgebiete abgedrängt oder zur Assimilation als Bürger zweiter Klasse gezwungen, insbesondere die Elfen, deren Städte sie übernommen haben, und die Zwerge. Weitere Arten, die mit den Menschen zusammenleben, sind die Gnomen und die Halblinge. Hingegen haben die Dryaden ihren Wald Brokilon, den sie praktisch nie verlassen, erfolgreich verteidigt. Sylphiden und Nymphen sind Verwandte der Dryaden, kommen in der Geralt-Saga aber nur ganz am Rande vor, ebenso wie Sirenen, Nereiden, Nixen, Tritonen, Fischmenschen und andere Wasserwesen. Außerordentlich selten sind auch die Sylvane, die einem Satyr ähneln und wegen der Hörner und Hufe mitunter auch Teufel genannt werden, sowie die Doppler (alias Täuschlinge, Wandler, Doppelgänger, Vexlinge, Bedaks), die die Gestalt anderer Wesen annehmen können.
Zu den seltenen vernunftbegabten Arten zählen auch die Echten Drachen. Sie kommen vor allem in der Gegend der nördlichen Gebirge vor; allerdings werden sie im weit im Süden liegenden Serrikanien religiös verehrt. Im Gegensatz zu drachenähnlichen Tieren wie Gabelschwänzen, Flatterern oder Flugschlangen werden Echte Drachen von Hexern nicht gejagt. Diese Schonung von Vernunftbegabten gilt allerdings nicht für Vampire (von denen es mehrere Arten gibt) und Werwölfe; sie zählen zu den Ungeheuern. Tiermenschen in der Art von Werwölfen sind auch die in Gebirgen, vor allem in Mahakam, vorkommenden Murmelmenschen.
Wesen ganz besonderer Art sind die Einhörner. Sie kommen nur am Rande der bewohnten Gebiete vor und sind auch dort derart selten, dass sie allgemein für legendäre, nicht wirklich existierende Wesen gehalten werden. Sie sind fremdartige, zauberkräftige Geschöpfe, bestehen geradezu aus fleischgewordener Magie und sind für andere Wesen kaum zu begreifen.
Hexer sind keine besondere Rasse, sondern Menschen, die als Kinder durch künstlich verursachte körperliche Mutationen und eine lange, harte Ausbildung zu berufsmäßigen Ungeheuervernichtern herangezogen wurden. Von diesen Ungeheuern nun gibt es eine Unmenge verschiedener Arten, der Hexer begegnet immer wieder anderen. Ziemlich viele davon erinnern an riesige Insekten oder ähnliche Gliederfüßer, andere sind reptilhaft. Manche Arten haben durch die vordringende Zivilisation ihren Lebensraum verloren und sind selten geworden, andere wieder profitieren von der Umweltverschmutzung oder – wie Graveire, Ghule und andere Leichenfresser – von großen Kriegen. Wer es genauer wissen will, sollte in der verfallenden Festung Kaer Morhen nachfragen, der Heimstatt der Hexer – dort gibt es alte Bücher mit gründlichen Beschreibungen aller möglichen Monster und Ungeheuer.