Die Welt



Der gesellschaftliche und technische Stand der Welt der Geralt-Saga entspricht ungefähr unserem Mittelalter vor Erfindung des Schießpulvers. Einige Zweige der modernen Technik, etwa die drahtlose Telegrafie, sind in Geralts Welt durch Zauberei verwirklicht. Überhaupt haben die Zauberer manches von modernen Wissenschaftlern an sich, beispielsweise kennen sie sich sehr gut in Medizin, Biologie und Genetik aus.
Ein einschneidendes Ereignis in der Vergangenheit war die über ein Jahrtausend zurückliegende Sphärenkonjunktion bzw. Sphärendurchdringung. Dabei kam Geralts Welt vorübergehend in Kontakt mit anderen Welten oder Daseinsebenen, und von dort drangen die meisten Ungeheuer ein, mit deren Vernichtung die Hexer befasst sind. Die Sphärenkonjunktion hat aber auch das Verhältnis zwischen Wirklichkeit und Chaos auf komplizierte Weise verändert, und seither können einige wenige, erblich dafür veranlagte und entsprechend ausgebildete Menschen Magie betreiben. Die einzigen anderen magisch begabten Wesen von Bedeutung sind die Elfen (einige weitere zauberkundige Arten werden nur am Rande erwähnt oder sind ein Sonderfall wie Einhörner und manche Drachen).
Die Handlung der Geralt-Saga spielt auf einem namenlosen Kontinent auf der Nordhalbkugel jener Welt, und zwar an seiner Westküste, zwischen dem Meer und einer Kette von östlich gelegenen Gebirgen. Das Gebiet wird gegliedert von mehreren Flüssen, die alle ungefähr von Osten nach Westen fließen, die beiden größten sind der Pontar und die Jaruga. Der südlichere dieser beiden Ströme, die Jaruga (nilfgaardisch Yarra), ist zugleich die Grenze zwischen dem nach Norden drängenden Kaiserreich Nilfgaard und den Nördlichen Reichen. Südlich der Jaruga, neben Nilfgaard und am Meer, liegt auch das Königreich Cintra und vor dessen Küste wiederum das Inselreich Skellige. Der Kern des Kaiserreichs, das eigentliche Nilfgaard, befindet sich weiter südlich, zwischen ihm und der Jaruga liegen mehrere Länder, die von Nilfgaard erobert und als Provinzen ins Kaiserreich eingegliedert wurden, aber zum Teil noch pro forma eigene Könige und Fürsten haben. Das tropische Serrikanien, irgendwo noch weiter im Süden gelegen, ist im Norden schon halb legendär.
Von den Nördlichen Reichen sind die beiden wichtigsten Temerien und Redanien, die Grenze zwischen ihnen ist der Fluss Pontar. Zwischen Temerien, südlich des Pontar, und der Jaruga liegen einige kleinere Länder, darunter im Westen am Meer Verden und Cidaris. Brugge und Niedersodden, beide weiter landeinwärts an der Jaruga, haben nach dem ersten Krieg gegen Nilfgaard die Lehenshoheit Temeriens anerkannt. (Der südlich der Jaruga gelegene Teil von Sodden ist von Nilfgaard annektiert worden.) Temerien beansprucht auch die Oberhoheit über Mahakam, ein Zwergenreich im gleichnamigen Gebirgsmassiv, das de facto aber selbständig ist. Brugge und Verden grenzen an den Brokilon, einen Urwald, der von Dryaden erfolgreich gegen jeden Eindringling verteidigt wird. Östlich und südöstlich von Temerien und dem Mahakam-Massiv liegen im Vorland der Blauen Berge Aedirn und Lyrien-Rivien.
Am rechten Ufer des Pontar-Flusses erstreckt sich an dessen Unterlauf Redanien, östlich am Oberlauf hingegen (und an den Quell- und Nebenflüssen) zieht sich Kaedwen bis zu den Blauen und den Feuerbergen hin. Noch weiter nördlich liegen mehrere Länder, die wegen der großen Entfernung kaum in die Auseinandersetzungen mit Nilfgaard verwickelt sind, darunter Poviss, Caingorn und Kovir.